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Sprachwandel – Sprache wandeln

Der Sprachwandel ist so alt wie die Sprachen selbst. Seitdem es Sprachen gibt, haben sie sich unaufhörlich verändert. Und auch wenn es nicht jeden gefällt: alle lebenden Sprachen werden sich weiter modernisieren, anpassen, vermischen, vereinfachen und anderweitig verändern. Nur tote Sprachen wie Lateinisch verändern sich nicht mehr.

Veränderung der Sprachen

Manche Sprachen verändern sich relativ langsam. Wer in der Schule Lateinisch gelernt hat, kann etwa italienische, spanische oder portugiesische Texte von heute in groben Zügen entziffern. Lateinkenntnisse sind auch eine grosse Hilfe, wenn man eine dieser Sprachen richtig erlernen und die grammatikalischen Strukturen verstehen will. In den vergangenen 2000 Jahren seit der Blüte des Lateinischen bis zu den heutigen romanischen Sprachen ist also sprachgeschichtlich nicht viel passiert.

Andere Sprachen wandeln sich deutlich schneller. Vor 2000 Jahren gab es noch kein Deutsch. Wenn wir heute früh- und mittelhochdeutsche Texte lesen, verstehen wir sie gut wie nichts, obwohl diese Texte „nur“ ein paarhundert Jahre alt sind.

Hier als Beispiel das „Vaterunser“ aus dem Jahr 900:

Fater unser thu in himilom bist. giuuihit si namo thin. quaeme richi thin. uuerdhe uuillo thin sama so in himile endi in erthu. Broot unseraz emezzigaz gib uns hiutu. endi farlaz uns sculdhi unsero sama so uuir farlazzem scolom unserêm. endi ni gileidi unsih in costunga auh irlosi unsih fona ubile.

Auch das Deutsch aus der Goethezeit verstehen wir nicht immer problemlos. Hier ein Textauszug aus „Götz von Berlichingen“

„Nur nit viel geschimpft, Hänsel, sonst kommen wir dir über die Glatze. Komm, Kamerad, wollen die draußen bläuen.“

Und noch vor etwas über 100 Jahren wurde die Stadt Köln „Cölln“ geschrieben. Und fast noch aktuell sind Formen wie „Türe“ statt „Tür“ oder „Falle“ statt „Fall“.

Der moderne Sprachwandel

Auch heute wandelt sich das Deutsche permanent. Der technische Fortschritt erfordert neue Wörter für neue Erfindungen („Hybrid-Auto“), eine andere Quelle der Veränderung ist die Jugendsprache (geil, stark, Bock…), Einwanderer bereichern das Deutsche um Wörter aus ihren Muttersprachen (Pizza), und nicht zuletzt ist das Deutsche sehr empfänglich für englische Fremdwörter (cool, light, flat, Ticket, Airport, Scanner). Das geht manchmal sogar so weit, dass es im Deutschen vermeintlich englische Wörter gibt, die weder in England, den USA noch einem anderen englischsprachigen Land existieren, etwa Handy oder Showmaster.

Derartige Ereignisse rufen natürlich immer wieder Puristen auf den Plan, die die deutsche Sprache „reinigen“, „pflegen“ und „retten“ wollen, was aber weder möglich noch nötig ist.

„Die beste Sprachpflege ist und bleibt die Sprachbenutzung.“

Alles andere ist Ideologie und somit fehl am Platze. Bei homestudies lernt Ihr, eine Sprache richtig zu sprechen und sicher anzuwenden.

Ein Video zum Sprachwandel resp. Sprachverfall?

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